HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Interessenten und Kunden von Blockhäusern haben oftmals Fragen hinsichtlich der Setzung des Blockhauses, der Dichtigkeit von Blockhaus-Wänden sowie zum Thema Schädlingsbefall der Holzkonstruktionen. Diese und weitere häufig gestellte Fragen möchten wir gerne im folgenden beantworten.

DICHTIGKEIT DER WANDKONSTRUKTION

Die Blockhäuser von Chiemgauer Holzhaus werden aufgrund unserer Philosophie, Bauchemie wo immer möglich zu vermeiden, ohne Folien- und Dampfsperren in den Wandkonstruktionen geplant und montiert. Hierdurch stellen sich technische Herausforderungen hinsichtlich der Dichtigkeit  und der Anfälligkeit des Blockhauses für Tauwasserausfälle in der Wandkonstruktion mit Folgen für die Haltbarkeit und Schimmelbildung.

Blockhäuser von Chiemgauer Holzhaus werden schon seit 35 Jahren gebaut. Dadurch hat sich ein sehr hoher Erfahrungsschatz in unserem Unternehmen angesammelt, der ständig anwächst und in die technische Weiterentwicklung unserer Produkte einfließt. Trotz der hohen Fugenanteile der Blockhäuser von Chiemgauer Holzhaus erreichen wir bei n50 Blower-Door-Tests Dichtigkeitswerte von deutlich unter 1, was bereits in annähernd Passivhausstandard erreicht. Dies kommt nicht von ungefähr. Sowohl der Wandkonstruktion als auch der Eckverbindungen von Chiemgauer Holzhaus unterliegen ausgefeilte Detailentwicklungen, die bei traditionellen Blockhäusern so in der Regel nicht zum Einsatz kommen.

Wir sind besonders stolz auf die Technik unserer Eckverbindung. Die Eckverbindung „Tiroler Schloss“ von Chiemgauer Holzhaus enthält eine so genannte Labyrinth-Fräsung nach einer eigenen Entwicklung. Hier wird mit speziellen Fräsaggregaten und einer eigens dafür programmierten Fräs-Kontur ein nach außen nicht sichtbarer Absatz innerhalb der Eckverbindung gefertigt, der eine Durchgehende Fuge des Blockhauses von innen nach außen vermeidet. Weiterhin entsteht eine zusätzliche Verkämmung innerhalb der Blockhaus-Ecke, welche gegeneinander hinterschnitten gefräst wird, und welche sich im Rahmen der Blockhaussetzung gegeneinander presst, um das Blockhaus zusätzlich im Bereich der Eckverbindung abzudichten. Zusätzlich verbauen wir ein Dichtband in der Eckverbindung des Blockhauses wie unsere meisten Mitbewerber auch. Die dauerhafte Dichtigkeit unserer Ecke ist jedoch konstruktiv bedingt und schafft unserer Auffassung nach einen Qualitätsvorteil gegenüber unseren Mittbewerbern.

In der Wandfläche liegen die einzelnen Blockbohlen des Blockhauses mittels einer, je nach Wandstärke des Blockhauses, doppelten oder dreifachen Nut- und Feder-Verbindung aufeinander. Die Nut-und Feder-Verbindung ist dabei konisch gefräst, dass sich die Seiten der Feder jeweils an die Seiten der Nut pressen und das Blockhaus so abdichten. Zur Unterstützung der Blockhaus-Setzung und zur Gewährleistung, dass die Blockbohlen dicht aufeinander liegen und keine Fugen bilden, werden im Abstand von ca. drei Meter so genannte Zuganker in der Wand eingebracht. Dies sind bei Chiemgauer Holzhaus Perlon-Seile mit einer Bruchlast von ca. acht Tonnen, die auf ca. 3,5 Tonnen Zug zwischen Schwelle des Hauses und Dach gespannt werden. Zusammen mit den ohnehin auf den Blockhaus-Wänden liegenden Dachlasten wir so ermöglicht, dass die Wandkonstruktion absolut dicht frei von Luftwechseln sind.

Bei der zweischaligen Wandkonstruktion unserer Blockhäuser – dem Chiemgauer Doppelblock – ist die tragende Wandkonstruktion die Aussenwand, auf welche innenliegend eine Holzfaserdämmung aufgebracht wird, vor welcher wiederum eine Installationsebene ist und die raumseitig mit einer Massivholz-Innenwand abgeschlossen wird. Zweischalige Blockhaus-Konstruktionen mit günstigen Dämmstoffen bedürfen bei diesem Wandaufbau die Montage einer Dampfsperre – in der Regel eine abdichtende Folie – die zwischen Innenwand und Dämmstoff montiert wird. Dies soll vermeiden, dass feuchtwarme Raumluft in die Dämmebene eintritt, dort kondensiert und den Dämmstoff schädigt bzw. zur Schimmelbildung führt. Die Problematik ist hier entsprechend gleich derer bei Fertighaus/ Holzrahmenkonstruktionen.  Wir verwenden in unseren Blockhaus-Wänden jedoch Dämmstoffe mit spezifischen Gewichten und Eigenschaften, welche es ermöglichen anfallende Feuchtigkeit aufzunehmen und bei Bedarf wieder abzugeben bzw. aus der Wand nach außen per Diffusion abzusondern.  Wir können unseren Konstruktionsweg hinsichtlich seiner dauerhaften Funktionsweise sowohl theoretisch mittels Tauwasserberechnungen / Glaser-Diagrammen als auch praktisch durch langfristige Feldversuche bei Häusern, welche wir mit Feuchtigkeitssensoren versehen haben, nachweisen. Nicht zuletzt bestätigen viele Bauherren über viele Jahrzehnte dass unsere Blockhäuser ohne Probleme bewohnbar sind.





Setzungsverhalten von Blockhäusern

Holz ist ein lebendiger Baustoff, der aufgrund seiner offenporigen Eigenschaft einer natürlichen Feuchteschwankung ausgesetzt ist, bei der er seine Dimensionen ändert. Diese Offenporigkeit lässt einerseits die so genannte Diffusion – die Aufnahme und Abgabe von Raumluft in den Baustoff – zu, welche hauptsächlich mit für das sehr Angenehme Raumklima in Massivholzhäusern verantwortlich gemacht wird, andererseits beeinträchtigt sie die Formstabilität der Wandkonstruktionen in geringem Ausmaß. Der Baustoff Holz verhält sich dabei so, dass eine Änderung der Holzdimension in Längsrichtung der Holzfasern – also in  der Länge eines Holzbalkens oder Baumes – bei schwankender Feuchtigkeit nicht oder nur  unwesentlich und für Bauwerke nicht in relevanten Ausmaß eintritt.  Der Umfang der Holzfasern in einem Balken ändert sich jedoch mit unterschiedlichen Feuchtegehalten des Holzes und führt zu einem Quell- oder Schwundverhalten des Balkens / der Blockbohle wie wenn sich ein Gummiband zusammenzieht oder ausdehnt. Da bei Bockhäusern alle Lasten über die liegenden Balken, also quer zur Holzfaser, abgetragen werden, sind Blockhäuser deshalb in Ihrer Formstabilität dieser Dimensionsänderung der Blockbohlen ausgesetzt. Dies ist deshalb der Fall, da die Baumstämme oder Blockbohlen im verbauten Zustand aufgrund des Schutzes vor Nässe und Witterung durch das Hausdach einerseits und aufgrund des Heizens des Hauses nachtrocknen und ihren Feuchtigkeitsgehalt gegenüber dem Einbauzustand verringern.

Bei so genannten Naturstammhäusern, bei denen die Baumstämme aus dem Wald entnommen werden und dann direkt im Haus verbaut werden ist dieser Setzungsprozess relativ umfangreich, da der Feuchtigkeitsabfall vom Einbauzustand bis zur eingependelten Holzfeuchte nach ein paar Jahren relativ hoch ist. Setzungen von 20cm pro Stockwerk und mehr sind hier keine Seltenheit.

Bei Blockhäusern aus vierkant Blockbohlen kann dieser Setzungsprozess jedoch durch eine vorherige technische Trocknung der Blockbohlen stark vermindert werden. Bei Chiemgauer Holzhaus werden die Blockbohlen vor dem Hobeln in Zuluft-Abluft-Trockenkammern auf eine durchschnittliche Kernfeuchte von ca. 14% gebracht. Bei einer normalen Blockbohle – wie bei Blockhäusern von Chiemgauer Holzhaus verwendet – kann dieses Schwundverhalten damit bis zu lediglich ca. 2mm pro Balken reduziert werden. Dieses Schwundverhalten summiert sich bei normalen Wandhöhen jedoch trotzdem auf ca. 3-5cm pro Stockwerk eines Blockhauses, so dass konstruktive Maßnahmen ergriffen werden, um bei Fenster und Türen, den Anschlüssen des Daches an die Hauswand, Steig- und Fallleitungen und der Treppe diesen Setzungsprozess zu berücksichtigen.

Wasserführende Steigleitungen werden dabei in der Regel an einer Stelle Pro Stockwerk in Form eines „S“ ausgebildet. Diese Form kann sich dann bei Setzung des Hauses entsprechend „zusammendrücken“, wobei die verwendeten Standardmaterialien für Wasserleitungen so flexibel sind, dass kein Leitungsbruch erfolgen kann. Fallleitungen wie Abwasserrohre werden in der Regel mit Schiebemuffen verbaut, so dass auch hier keine Probleme mit dem Setzungsverhalten des Blockhauses besteht. All diese Maßnahmen sind mit Standardmaterialien ausführbar und können von jedem Heizungs- und Sanitär-Meisterbetrieb so umgesetzt werden.

Bei Anschlüssen von Fenster und Türen wird in Blockhäusern von Chiemgauer Holzhaus jeweils auf der rechten und linken Fenster-/ Türseite eine sogenannte Fasssäule verbaut. Die Fassäule ist ein im Fenster- oder Türausschnitt stehendes Holzelement, welches  per Nut und Feder-Verbindung gleitend mit der Blockhaus-Wand verbunden ist und lediglich unten fest mit der Wand verschraubt wird. Über der Fasssäule wird je nach Höhe des Fenster- oder Türausschnittes ein Freiraum belassen, die bei Chiemgauer Holzhaus sogenannte „Setzluft“. Das Fenster oder die Türe wird dann seitlich an der Fasssäule montiert und die Fassäule selbst sowie die Setzluft mit Holzlaibungen außen und innen beplankt und verdeckt. Die Setzluft wird zusätzlich mit einer flexiblen Holfaserdämmung ausgefacht, um keine Kältebrücke vom Wohnraum nach außen zu erlauben. Die Abdichtung gegen Bewitterung und Schlagregen erfolgt auf der Außenseite durch zusätzliche Montage eines Wetterschenkels oberhalb des Fensters und durch geeignete – bauaufsichtlich zugelassene – Abdichtungsmaterialien. Dies ist ein seit vielen Jahren bewährter Blockhaus-Fensteranschluss der bezüglich Langlebigkeit und Dichtigkeit seit vielen Jahrzehnten erprobt ist.

Der Anschluss des Dachstuhls an die Aussenwände wird im Bereich der Traufwand ebenso gleitend gestaltet, da die Giebelwände des Blockhauses ebenso einer Setzung unterworfen sind und deshalb die Sparren nach aussen drücken. Hier werden die Dachsparren auf First- und Mittelpfette traditionell eingehackt, im Bereich der Fußpfette wird jedoch eine Schleifkerve gefertigt, über die der Dachsparren dann gleiten kann. Auch hier ein traditionelles Blockhausdetail, das Chiemgauer Holzhaus seit vielen Jahren so fertigt und welches in Punkto Optik und Dichtigkeit keine Nachteile mit sich bringt.

Der Treppenanschluss wird so montiert, dass die Treppe am Stockwerk oben befestigt wird und auf dem unteren Treppenauflager für die erste Zeit zusätzlich auf zwei Distanz-Holzklötze gestellt wird, die dann nach erfolgter Setzung des Blockhauses entfernt werden. Da der Setzungsprozess am Anfang relativ schnell vonstattengeht und dann relativ langsam für eine Zeit von ca. 3 Jahren fortschreitet, ist meist ein Großteil der Setzung nach dem Ausheizen des Estrichs und vor Einbau der Treppe schon geschehen. Die dann aufgrund des Distanzklotzes noch höhere erste Stufe ist so gering, dass diese in der Regel im Alltag nicht bemerkt wird.

Bei Fliesenspiegeln auf der Wand, zum Beispiel in Bad und WC, werden auf der Blockhaus-Wand Rutschleistenkonstruktionen angebracht, zwischen welche die Sanitäreinrichtung und die Wasser- und Abwasserverrohrung montiert wird. Auf diese Unterkonstruktion wird dann eine feuchtraumgeeignete Gipskartonplatte befestigt, die als Untergrund für Fliesen oder wasserabweisenden Spachtelmassen dient. Der Fliesenabschluss zur Blockhaus-Wand wird mit einem handelsüblichen Fliesenabschluss-Profil ausgeführt.







Vermeidung von Schädlingsbefall

Immer wieder werden wir gefragt ob bei Massivholz- oder Blockhäusern die Gefahr besteht, dass holzzerstörende Insekten in die Konstruktion eindringen können und diese schädigen.  Hierzu ist zu sagen, dass es bei sehr alten Holzhäusern durchaus vorkommen kann, dass ein solcher Insektenbefall stattgefunden hat bzw. stattfindet. Im Unterschied zu modernen Massivholz- und Blockhäusern wurde wurden aber die eingesetzten Hölzer nur mittels der Umgebungsluft durch langes Ablagern und nicht technisch per Trockenkammer getrocknet.  Bis heute sind leider keine Laboruntersuchungen gemacht worden bei denen die Möglichkeit des Insektenbefalls und des folgenden Schadensausmaßes bei technisch getrocknetem Nadelholz, wie in Blockhäusern verwendet, untersucht wurde.

Untersuchungen aus den 1950iger Jahren an 45.000 Gebäuden in der Bundesrepublik Deutschland ergaben, dass an ca. einem Drittel der Gebäude Schäden durch Insektenbefall an Vollholz stattgefunden hat. Diese Schäden sind jedoch ausschließlich an gar nicht oder lediglich sehr unzureichend getrocknetem Vollholz aufgetreten. Es wird jedoch über keinen einzigen Fall berichtet, bei dem technisch getrocknetes Nadelholz im Innenraumbereich und im nicht direkt bewitterten Außenbereich (dies inkludiert auch Wandkonstruktionen von Massivholzäusern und Blockhäusern) verbaut wurde und von Insektenbefall betroffen war.

In einer weiteren umfassenden Untersuchung aus dem Jahr 2008 wurden insgesamt 101 Objekte, davon 95 in Deutschland und sechs in Österreich, begutach­tet. Die Holzkonstruktionen waren dabei zwischen 8 und 20 Jahre alt und es befanden sich mitunter ältere Gebäude mit ausgewiesenem Insektenbefall (in der Regel Hausbock) in der Nähe. Die Studie stellt folgendes fest:

„Bei keinem der untersuchten Objekte wurden Anzeichen eines Insektenbefalls festgestellt, weder bei den im Innenraumbereich befindlichen Hölzern (z.B. unausgebautes Dachgeschoss), noch bei den durch Überdachung vor Nieder­schlägen geschützten Hölzern (nicht direkt bewitterte Außenbereiche wie z.B. Sparrenteile im Traufenbereich, Carports).“

Warum bei Holzkonstruktionen, Holzhäusern und Blockhäusern mit technisch getrockneten Hölzern ein Insektenbefall ausbleibt ist bisher wissenschaftlich nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass einerseits die geringe Holzfeuchte und andererseits eine Protein-und Vitamin-B-Abnahme sowie die Verflüchtigung der Holzinhaltsstoffe (Insektenlockstoffe) Pinen und Caren aufgrund der technischen Trocknung ausschlaggebend sind.